Im Rathaus Mettlach wurde die zeitgeschichtliche Ausstellung „Vor 70 Jahren: Fallschirmjägertreffen an der Saarschleife 1956“ offiziell eröffnet. Die Gemeinde Mettlach zeigt die Ausstellung in Kooperation mit der Landeskameradschaft Saarland im Bund Deutscher Fallschirmjäger. Im Mittelpunkt steht ein regionalgeschichtliches Großereignis, das vom 30. Juni bis 1. Juli 1956 an der Saarschleife stattfand: Über 2.000 Fallschirmjäger aus ganz Deutschland kamen damals nach Dreisbach; bei den Flug- und Sprungvorführungen in den Schwemlinger Saarwiesen wurden rund 5.000 Besucher gezählt.

Bürgermeister Daniel Kiefer begrüßte die Gäste als Hausherr im Rathaus und hob die Bedeutung einer differenzierten historischen Betrachtung hervor. Die Ausstellung mache ein Stück Regionalgeschichte sichtbar, das bis heute Fragen aufwerfe und zur Auseinandersetzung einlade. Zugleich dankte er der Landeskameradschaft Saarland und insbesondere ihrem Landesvorsitzenden Hendrik Krause für die Initiative, die umfangreiche Recherchearbeit und das Engagement, historische Dokumente, Fotos und Zeitungsartikel öffentlich zugänglich zu machen. In seiner Begrüßung stellte Kiefer auch einen persönlichen Bezug her: Er selbst war Soldat im Standortsanitätszentrum der Kaserne auf der Ell in Merzig und absolvierte im Jahr 2000 seine Grundausbildung als Fallschirmjäger in Lebach.

Hendrik Krause, Landeskameradschaftsleiter des BDF Saarland, stellte in seiner Ansprache die Hintergründe der Ausstellung vor. Er erinnerte daran, dass das Treffen von 1956 bereits damals ein Ereignis von erheblicher regionaler Bedeutung war, über das die saarländischen Tageszeitungen über Wochen hinweg berichteten. Die Ausstellung wolle jedoch nicht verklären, sondern einordnen: Sie beleuchte die Entstehung des Bundes Deutscher Fallschirmjäger im Saarland, die besondere politische Situation der frühen Nachkriegszeit, den gesellschaftlichen Umgang mit ehemaligen Wehrmachtsangehörigen sowie Fragen rund um Wiederbewaffnung, Saarabstimmung und das Verhältnis von Gesellschaft, Politik, Medien und Militär.

Auf insgesamt zwölf Tafeln präsentiert die Ausstellung Fotos, zeitgenössische Zeitungsberichte, Dokumente und weitere Materialien. Ergänzt werden diese durch historische Einordnungen zu den damaligen Ereignissen, zu beteiligten Personen sowie zur heutigen Arbeit des Bundes Deutscher Fallschirmjäger. Die Ausstellung ist im Rathaus Mettlach zu sehen und lädt Bürgerinnen und Bürger dazu ein, Erinnerungen, Fotos oder Hinweise zu diesem Ereignis beizusteuern. Ansprechpartner ist Hendrik Krause, Landesvorsitzender des BDF Saarland (bdf-saarland@gmx.de).

„Gerade ein solches Ereignis zeigt, wie wichtig es ist, Geschichte nicht nur zu bewahren, sondern sie auch aus heutiger Sicht kritisch und verantwortungsvoll einzuordnen“, so Bürgermeister Daniel Kiefer. „Die Ausstellung bietet dafür einen geeigneten Rahmen und leistet einen Beitrag dazu, regionale Erinnerungskultur lebendig zu halten.“