Die Niederschrift über die öffentliche Sitzung des Gemeinderates vom 12.05.2026, wie in KW 22 im Amtsblatt veröffentlicht, ist hinsichtlich des Tagesordnungspunktes Namensgebung KiTa Mettlach zum Teil missverständlich formuliert.
Um Unklarheiten auszuschließen, wurden die Niederschrift korrigiert. Untenstehend finden Sie die aktualisierte Fassung des betroffenen Abschnittes (Änderungen in kursiv).
Wir bitten um Beachtung.
Vor Eintritt in die Beratungen beantragte FBM-Fraktionsvorsitzender Dr. Badelt den TOP 8, Namensgebung KiTa Mettlach, vorzuziehen und regte gleichzeitig an, der Elternvertretung das Wort zu erteilen.
Namensgebung KiTa Mettlach
Im Zuge des in Kürze anstehenden Umzugs des in der Trägerschaft der Gemeinde Mettlach befindlichen Kindergartens in den Neubau in der Britter Straße ist es erforderlich, eine neue Bezeichnung für die Einrichtung festzulegen. Der bisherige Name „KiTa Bahnhofstraße“ bezieht sich auf den derzeitigen Standort in der Bahnhofstraße und ist nach dem Umzug nicht mehr sachgerecht.
In einer ersten Sitzung am 28.01.2026 sprach sich der Ortsrat Mettlach mit 10 Ja-Stimmen für den Vorschlag der KiTa-Leitung ,,KiTa am Wäschebach‘‘ aus.
In seiner Sitzung am 11.02.2026 beschloss der Gemeinderat die Vertagung der Entscheidung über den Namen der neuen KiTa-Einrichtung am Standort Britter Straße und eine erneute Anhörung des Ortsrates Mettlach. Im Vorfeld dieser erneuten Anhörung rief der Ortsrat Mettlach im amtlichen Bekanntmachungsblatt (Ausgabe 09/2026) zur Einreichung von Namensvorschlägen durch die Bevölkerung auf. Daraufhin ging eine Vielzahl an Vorschlägen ein.
Die erneute Anhörung des Ortsrates Mettlach fand in seiner Sitzung am 18.03.2026 statt. Die dort zur Abstimmung gebrachten Vorschläge führten mit 5 von 10 Stimmen zum Ergebnis „KiTa Montclair“
Ebenfalls wurden im Vorfeld der Anhörung auch die KiTa-Kinder zum Namen ihres neuen Kindergartens befragt. Die Kinder sprachen sich mehrheitlich für den Namen ,,KiTa Haselmaus‘‘ aus.
Der Elternausschuss trägt die Entscheidung der Kinder mit.
Nach einer kurzen Einführung durch den Vorsitzenden entstand schnell eine lebhafte Debatte im Gremium.
In seinen Redebeiträgen schloss sich Michael Thieser (CDU-Fraktionsvorsitzender) den Anregungen seines Vorredners Dr. Badelt an, der Elternvertretung das Rederecht zu erteilen, um eventuelle Einwände oder Begründungen vorzubringen, obwohl deren Anschreiben, wie er bemängelt, nicht persönlich unterzeichnet war.
Gleichzeitig weist Thieser Vorwürfe zurück, die dem Gremium die Missachtung demokratischer Abläufe unterstellen. Er betont, dass das Prozedere korrekt und sauber gelaufen sei. Der Ortsrat sei in diesem Prozess gehört worden und der Hauptausschuss habe als demokratisch legitimiertes Organ unter Berücksichtigung dieser Empfehlung eine Vorentscheidung getroffen.
Thieser hebt hervor, dass es sich bei der neuen Kita um ein Leuchtturmprojekt und mit rund 10 Millionen Euro um eine der größten Investitionen der vergangenen Jahrzehnte in der Gemeinde handelt. Aufgrund dieser Dimension fordert er einen klaren Bezug zur Gemeinde Mettlach. Der Name „Montclair“ stelle diese lokale Verbindung ideal her, sodass die Einrichtung überregional sofort mit Mettlach assoziiert werden könne.
Abschließend verteidigt er die repräsentative Demokratie, in der die gewählten Ratsmitglieder die Letztentscheidung für die gesamte Bürgerschaft treffen. Zwar lobt er das Engagement und die eingebrachte Geschichte rund um den Namen „Haselmaus“, erklärt jedoch, dass die Fraktion nach ausführlicher Beratung mehrheitlich den Namen „Montclair“ favorisiert. Diese Entscheidung basiere auf dem Wunsch nach einem starken Gemeindebezug und schmälere nicht die Arbeit der Beteiligten, sei aber notwendig, um das Verfahren zum Abschluss zu bringen.
In der Diskussion um die Namensgebung für die neue Kindertagesstätte kritisiert Uwe Francois (SPD-Fraktionsvorsitzender) das Vorgehen der CDU-Fraktion im Gemeinderat. Er bemängelt deren ,,Demokratieverständnis‘‘, da ein erster Beschluss des Ortsrats auf Antrag der CDU zur erneuten Beratung zurückverwiesen wurde, weil der Name nicht gefiel, während bei einem zweiten Ortsratsbeschluss für den Namen „Montclair“ plötzlich die Unantastbarkeit der dortigen Entscheidung betont wurde. Er begrüßt es ausdrücklich, dass sich viele Bürgerinnen und Bürger Gedanken über die Namensfindung gemacht haben.
Nach Ansicht der SPD-Fraktion sollten in dieser Frage jedoch vor allem die Kinder, die Erzieherinnen und die Eltern gehört werden. Das Argument, dass die aktuellen Kinder die Einrichtung in wenigen Jahren wieder verlassen, lässt Francois nicht gelten. Zur Bekräftigung seiner Position verliest er einen Brief der Elternvertretung des Kindergartens Bahnhofstraße. Darin äußert der Elternausschuss zwar Verständnis für das formell korrekte, demokratische Verfahren der Mehrheitsentscheidung durch den Ortsrat, bittet den Gemeinderat jedoch eindringlich darum, die direkt beteiligten Personen entscheiden zu lassen. Die Kinder und das Personal favorisierten den Namen „Kita Haselmaus“, der im Ortsrat jedoch keine Zustimmung fand. Laut Elternausschuss wäre eine Berücksichtigung dieses Wunsches eine wertvolle Gelegenheit, den Kindern ein echtes Mitspracherecht zu vermitteln und die UN-Kinderrechte in der Gemeinde Mettlach aktiv mit Leben zu füllen.
Francois schließt sich diesem Appell der Elternschaft an und berichtet, dass die SPD-Fraktion einstimmig beschlossen habe, dem Vorschlag der Betroffenen zu folgen. Abschließend appelliert er an alle Ratsmitglieder, ohne Fraktionszwang und nach eigenem Gewissen zu entscheiden. Er plädiert nachdrücklich dafür, den Wünschen der Kinder und Eltern Gehör zu schenken, da der Gemeinde durch den Namen „Kita Haselmaus“ kein Nachteil entstehe.
Auf Antrag von FBM-Fraktionsvorsitzenden Dr. Badelt beschloss das Gremium, der 2. Vorsitzenden des Elternausschusses der KiTa Bahnhofstraße sowie der Leiterin der Einrichtung das Wort zu erteilen. Auch die AfD-Fraktion schloss sich dem Antrag an.
Sahra Spilker, die 2. Vorsitzende des Elternausschusses, drückt im Namen der Kita Bahnhofstraße ihre Enttäuschung über den vom Ortsrat vorgeschlagenen Namen aus. Sie betont, dass Kinder und Personal demokratisch für „Kita Haselmaus“ gestimmt haben. Dieser Name sei kindgerecht, da die Haselmaus aus dem Buch „Der kleine Siebenschläfer“ bekannt ist und auch einen Bezug zum Kita-Standort in Mettlach hat. Das Personal könne so wichtige Werte und Themen wie Natur und Ökologie vermitteln. Dagegen fehle beim Namen „Montclair“ für die Kinder der Bezug, da die Burgruine zu weit entfernt und schwer erreichbar sei und der Name „heller, lichter Berg“ keinen direkten Bezug zu einer Kita herstelle. Spilker hofft, dass der Gemeinderat die Interessen der Kinder berücksichtigt und ein Zeichen setzt, dass sich ihr Engagement lohnt.
In ihrem Redebeitrag plädiert Genia Feld, die Leiterin der Gemeindekindertagesstätte, eindringlich dafür, der Einrichtung den Wunschnamen „Haselmaus“ zu geben. Dieser Name sei in der Gemeinschaft durch Ideen der Kinder entstanden, da auf dem Kita-Grundstück früher echte Haselmäuse lebten. Für die Kinder symbolisiere die Tierfamilie, die für den Neubau symbolisch Platz gemacht hat, Werte wie Rücksicht, Neuanfang und Achtsamkeit, welche auch fest im pädagogischen Konzept verankert sind. Den Alternativvorschlag „Montclair“ lehnt Feld ab, da die gleichnamige Burg zu weit entfernt sei und keinen Bezug zum Kita-Alltag habe. Abschließend appelliert sie an den Gemeinderat, dem Wunsch von Kindern, Eltern und Fachkräften zu folgen, um den Kindern zu zeigen, dass ihre Meinung in einer Demokratie zählt und gelebte Partizipation Vertrauen in die Gesellschaft schafft.
In der Debatte um die Namensgebung äußert Dr. Badelt (FBM) großes Unverständnis darüber, wie sich der Ortsrat auf den Namen „Montclair“ festlegen konnte. Er betont zwar, dass eine demokratische Wahlentscheidung formal zu akzeptieren sei, übt jedoch scharfe historische Kritik an dieser Ortsbezeichnung. Dr. Badelt verweist darauf, dass die Burg Montclair (übersetzt: heller Berg) in früheren Jahrhunderten ein Ort der Gewalt und des Raubrittertums gewesen sei.
Zudem hebt er einen in der Region wenig bekannten, historisch belasteten Aspekt hervor: Im Jahr 1934 planten die Nationalsozialisten, auf der Montclair eine NS-Ordensburg als Schulungs- und Feierstätte für 4000 Menschen zu errichten. Dass dieses Vorhaben scheiterte, lag laut Badelt zum einen am Widerstand der Familie von Boch, die sich weigerte, Waldflächen abzutreten, und zum anderen daran, dass der Beton letztlich für den Bau von Bunkeranlagen benötigt wurde. Er wirft der CDU in diesem Zusammenhang mangelndes Geschichtsverständnis vor und argumentiert, dass ein Ort, von dem so viel Unrecht und eine derart unheilvolle Historie ausgingen, absolut ungeeignet als Namenspatron für eine Kindertagesstätte sei.
Abschließend spricht sich Dr. Badelt dafür aus, den Wünschen der Kinder, des Personals und des Elternausschusses zu folgen. Er signalisiert zudem Unterstützung für den Alternativvorschlag „Mettlacher Haselmäuse“.
Als Gegenrede zu den historischen Einwänden von Dr. Badelt (FBM) verteidigt Frau Graf-Rummel (CDU) den Namen „Montclair“ und betont die Bedeutung der Burg für die regionale Identität. Sie verweist auf ihre eigene Schulzeit, in der sie selbst eine Abschlussfahrt dorthin unternommen habe, ohne Schaden zu nehmen, und hebt hervor, dass die Burg Montclair zusammen mit der Saarschleife ein zentrales Ausflugsziel für Schulklassen aus dem gesamten Saarland sei. Auch heute noch sei die Burg ein lebendiger Anziehungspunkt für Kindergruppen, was sie als sehr positiv für das Erleben von Kulturdenkmälern bewertet. Graf-Rummel argumentiert, dass es wichtig sei, solche Denkmäler trotz einer möglicherweise belasteten Vergangenheit hochzuhalten, zumal die Burg einen wesentlichen touristischen Standort für die Region darstelle. Sie äußert daher Unverständnis darüber, warum in dieser Debatte die historischen Negativaspekte derart in den Vordergrund gerückt werden.
In seinem Redebeitrag äußert Georg Dillschneider (Grüne) Verständnis für das Anliegen, den Ortsnamen Mettlach im Namen der Kindertagesstätte prominent zu platzieren, und dankt in diesem Zusammenhang den „Mettlacher Haselmäusen“ für ihre Ausführungen. Gleichzeitig gibt er zu bedenken, dass der Bezug zur Burg Montclair für die Kinder geografisch oder inhaltlich zu weit entfernt sei und dieser Bezug auch bei den „Haselmäusen“ fehle. Um die Interessen beider Seiten zu vereinen, schlägt er als Kompromiss vor – auch gerichtet an die CDU-Fraktion –, die Einrichtung offiziell „Kita Mettlacher Haselmäuse“ zu taufen, da so sowohl der lokale Bezug als auch der Bezug zu den Kindern berücksichtigt würden. Abschließend betont Dillschneider, dass für ihn die angemessene Würdigung der Kinder das wichtigste Anliegen bei der Namensgebung sei.
In seinem Redebeitrag stellt Thunack (CDU) das Zustandekommen des Namensvorschlags für die Kindertagesstätte klar und reagiert damit auf eine vorherige Äußerung von Herrn Badelt. Er betont, dass er bereits bei seinem Aufruf im Ortsrat explizit einen Bezug zu Mettlach für die Namensfindung eingefordert habe. Unter den rund 70 per E-Mail eingegangenen Vorschlägen aus der Bevölkerung sei der Name „Montclair“ (bzw. vereinzelt auch „Burg Montclair“) mehrfach genannt worden und habe letztlich im Ortsrat die meisten Stimmen erhalten, weshalb er auch ausgewählt wurde. Demgegenüber habe der Name „Haselmaus“ in den Zusendungen von Bürgern, dem Elternausschuss oder dem Kindergartenpersonal ursprünglich gar nicht existiert. Diesen Vorschlag habe Thunack erst am Abend einer gemeinsamen Sitzung mit dem Elternausschuss erhalten und zusammen mit dem Namen „Traumwiese“ in die engere Auswahl aufgenommen. Letztlich habe sich der Ortsrat jedoch mehrheitlich für den Namen „Montclair“ ausgesprochen.
Nach einer intensiven Diskussion im Gemeinderat stellte Bürgermeister Kiefer den Anträgen der Fraktionen folgend die nachstehenden Namensvorschläge zur Abstimmung:
KiTa Montclair
KiTa Mettlacher Haselmäuse
Beschluss:
Der Gemeinderat beschließt als Namen der neuen KiTa-Einrichtung am Standort Britter Straße wie folgt:
Abstimmungsergebnis:
KiTa Montclair:
Ja-Stimmen: 18
Nein-Stimmen: 10
Enthaltungen: 1
KiTa Mettlacher Haselmäuse:
Ja-Stimmen: 10
Nein-Stimmen: 17
Enthaltungen: 2
Somit hatte der Name ,,KiTa Montclair‘‘ die erforderliche Mehrheit gefunden.


