Wie soll Mettlach im Jahr 2035 erlebt werden? Dieser Frage widmete sich ein gemeinsamer Workshop zur Tourismusstrategie 2035 der Gemeinde Mettlach. Dabei wurde nicht nur analysiert, sondern vor allem eines getan: Ideen entwickelt, Visionen formuliert und gemeinsam nach vorne gedacht.
Eine besondere Rolle nimmt Mettlach dabei im Saarland ein: Als erste Gemeinde möchte Mettlach die Tourismusstrategie 2035 des Saarlandes konkret auf die kommunale Ebene herunterbrechen und aktiv in die eigene Entwicklung übersetzen. Gleichzeitig soll ein eigener touristischer Weg entstehen, der zur Gemeinde passt. Denn Mettlach hat seine ganz eigene Geschichte, Landschaft, Identität und besondere Orte.
Initiiert und durchgeführt wurde der Workshop von der Saarschleifenland Tourismus GmbH. Geschäftsführer Peter Klein war ebenfalls vor Ort. Vorbereitet und moderiert wurde der Workshop von Stephan Bely. Gemeinsam mit Bürgermeister Daniel Kiefer, dem Geschäftsführer der Saarschleife Touristik Michael Riehm, Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, Vertretern aus der Politik sowie touristischen Leistungsträgern wurde diskutiert, hinterfragt und Ideen gesammelt.
Die zentrale Frage lautete: Was muss 2035 besser sein als heute?
Die Antworten reichen von einer klareren Positionierung und besseren Sichtbarkeit über digitale Informationen und verbesserte Infrastruktur bis hin zu mehr Mobilität, lebendigeren Ortskernen und stärkeren Angeboten außerhalb der Hauptsaison. Im Mittelpunkt steht dabei ein Gedanke: Mettlach soll mehr sein als ein Ausflugsziel zur Saarschleife.
Denn neben der Saarschleife, einem der Naturwunder und Wahrzeichen des Saarlandes, und der Cloef verfügt Mettlach über zahlreiche weitere touristische Schätze: die Saar und das Wasser, Premiumwanderwege und Naturerlebnisse, Keramik und die Geschichte von Villeroy & Boch, Kultur und Genuss, Gesundheit und Erholung, das Dreiländereck, besondere touristische Highlights wie z. B. der Baumwipfelpfad sowie besondere Veranstaltungs- und Tagungsmöglichkeiten.
Die Vision für 2035: Mettlach entwickelt sich zu einem prägenden Natur- und Erlebnisort an der Saarschleife, in dem diese unterschiedlichen Facetten zu einem ganzjährig erlebbaren Qualitätsraum zusammenwachsen.
Dabei soll nicht alles neu erfunden werden. Vielmehr geht es darum, Bestehendes besser miteinander zu verbinden und daraus attraktive Gesamterlebnisse zu entwickeln.
Von der Saarschleife aufs Wasser, vom Keramikpfad zum Event, vom Urlaub zum Tagungsort.
Auf den Pinnwänden des Workshops sammelten sich zahlreiche Ideen: Wassererlebnisse an der Saar, neue touristische Routen, die Weiterentwicklung des Keramikpfades, Outdoor-Angebote, besondere Naturerlebnisse, neue Veranstaltungsformate und saisonverlängernde Events. Auch besondere Orte für Kultur, Veranstaltungen und kleinere und größere Tagungen wurden in den Blick genommen.
Die Bandbreite reicht dabei von kleinen, unkomplizierten Ideen bis hin zu größeren Zukunftsvisionen.
Warum nicht Mettlach auch am Abend stärker erlebbar machen? Warum nicht mehr Veranstaltungen schaffen, die Gäste gezielt in die Gemeinde bringen? Warum nicht die Saar noch stärker als Erlebnisraum nutzen? Und warum nicht aus Keramik, Kultur, Natur und Genuss Geschichten entwickeln, die Besucher auf ganz unterschiedlichen Wegen durch Mettlach führen?
Ein wichtiges Ziel ist es, die Aufenthaltsdauer zu verlängern und Gäste nicht nur für einen kurzen Besuch zu gewinnen, sondern ihnen gute Gründe zum Bleiben und Wiederkommen zu bieten. Buchbare Themenangebote, kombinierte Erlebnisse und besondere Veranstaltungen können dabei ebenso Impulse setzen wie Angebote für Familien, aktive Kurzurlauber, „Explorer“, Wellbeing- und Präventionsgäste sowie Tagungs-, Incentive- und Eventgruppen.
Dabei gilt es, auch Herbst und Winter stärker als attraktive Reisezeiten zu profilieren. Kultur und Genuss, Gesundheit und Wellness, Weihnachtsveranstaltungen sowie besondere Outdoor-Erlebnisse bieten vielfältige Möglichkeiten, die Saison zu verlängern und neue Anlässe für einen Aufenthalt zu schaffen.
Besondere Entwicklungschancen liegen zudem im Flusstourismus, im Gesundheits- und Wellbeing-Bereich sowie im Tagungs-, Incentive- und Veranstaltungssegment. Kleine Green-Meeting-Formate, außergewöhnliche Locations, Kultur- und Naturveranstaltungen oder saisonverlängernde Events können zusätzliche Gästegruppen ansprechen und das touristische Angebot weiter bereichern.
Tourismus wird dabei ganzheitlich gedacht: Entscheidend ist nicht nur, wie viele Gäste kommen, sondern wann sie kommen, wie lange sie bleiben und welche Wertschöpfung in der Gemeinde entsteht. Davon sollen auch Gastronomie, Beherbergungsbetriebe, Einzelhandel, weitere Unternehmen und nicht zuletzt die Bevölkerung profitieren. Ein weiterer Schwerpunkt ist die Sichtbarkeit. Mettlach soll künftig noch klarer und selbstbewusster zeigen, was die Gemeinde einzigartig macht – mit besserer digitaler Präsenz, durchgängigen Informationen, gemeinsamer Kommunikation und einer stärkeren Ansprache auch internationaler Gäste.
Der Workshop hat noch keinen fertigen Maßnahmenkatalog hervorgebracht. Viel wichtiger war zunächst, ein gemeinsames Bild davon zu entwickeln, wo Mettlach 2035 stehen möchte. Nun gilt es, die Ideen zu prüfen, zu priorisieren und gemeinsam mit den notwendigen Partnern Schritt für Schritt in konkrete Projekte zu übersetzen. Denn die touristische Zukunft Mettlachs kann nur gemeinsam gestaltet werden – von Gemeinde und Tourismusorganisationen über Gastgeber, Unternehmen, Vereine und Kultur- und Naturpartner bis hin zu den Ortsteilen und der Bevölkerung.
Die Ideen liegen auf dem Tisch. Jetzt geht es darum, die besten davon Realität werden zu lassen. Der Workshop hat noch keinen fertigen Maßnahmenkatalog hervorgebracht. Er hat jedoch etwas geschaffen, das für die weitere Arbeit mindestens genauso wichtig ist: ein gemeinsames Bild davon, wo Mettlach 2035 stehen möchte.
Und vielleicht ist genau das die schönste Vorstellung von Mettlach 2035: Ein Ort, an dem man nicht nur ankommt, um die Saarschleife zu sehen – sondern einer, an dem man etwas erlebt, länger bleibt, gerne wiederkommt und am Ende sagt: Da müssen wir noch einmal hin.


