Der saarländische Tourismus ist weit mehr als Hotellerie und Gastronomie – er ist ein Wirtschaftsfaktor, der in viele Bereiche der regionalen Wirtschaft hineinwirkt. Genau diese Breitenwirkung rückt das Sparkassen-Tourismusbarometer 2026 in den Mittelpunkt. Zugleich war 2025 mit rund 3,35 Millionen Übernachtungen das erfolgreichste Tourismusjahr in der Geschichte des Saarlandes – eine starke Ausgangsbasis für die weitere Entwicklung.

Beim Tourismustag 2026 im Cloef-Atrium in Orscholz stellten Wirtschaftsminister Jürgen Barke und Cornelia Hoffmann-Bethscheider, Präsidentin des Sparkassenverbandes Saar, gemeinsam mit dem Geschäftsführer der dwif-Consulting GmbH, Karsten Heinsohn, am vergangenen Mittwoch, den 23. September 2026, die Ergebnisse des diesjährigen Sparkassen-Tourismusbarometers vor. Als Hausherr begleitete Bürgermeister Daniel Kiefer die Veranstaltung und brachte im Rahmen des Fachprogramms in einem moderierten Gespräch die kommunale Perspektive sowie die touristischen Entwicklungsziele der Gemeinde Mettlach ein. Rund 270 Gäste aus Tourismus, Wirtschaft und Politik verfolgten die Veranstaltung.

Ergebnisse des Sparkassen-Tourismusbarometers 2026

Bei 1,19 Millionen Ankünften (+ 6,1 Prozent) und 3,35 Millionen Übernachtungen (+ 4,5 Prozent) verzeichnete das Saarland 2025 die bundesweit höchste Wachstumsrate – während die Zahl der Übernachtungen deutschlandweit mit + 0,3 Prozent nahezu stagniert. Getragen wurde das Wachstum von nahezu allen Landkreisen: Der Landkreis Saarlouis legte mit +13,0 Prozent am stärksten zu, der Regionalverband Saarbrücken erreichte bereits im fünften Jahr in Folge einen neuen Rekord.

Bemerkenswert ist die Entwicklung des Angebots: Die Zahl der Beherbergungsbetriebe stieg im Saarland – entgegen dem bundesweiten Rückgang – von 290 auf 319 Betriebe. Auch die Freizeitwirtschaft entwickelte sich erneut positiv und setzte sich mit einem Besucherplus von 4,2 Prozent vom rückläufigen Bundestrend ab. In der Gästezufriedenheit belegt das Saarland mit 85,5 Punkten den ersten Platz im Bundesländerranking.

Schwerpunkt 2026: Wirtschaftsfaktor Tourismus

Das diesjährige Schwerpunktthema des Barometers „Wirtschaftsfaktor Tourismus“ rückt in den Blick, wie weit die Wirkung des Tourismus reicht. Rund 1,67 Milliarden Euro Bruttoumsatz entstanden 2025 im Saarland durch Gäste – ein Plus von 11,7 Prozent gegenüber 2022.

Entscheidend ist, wo dieser Umsatz ankommt: Mehr als die Hälfte der touristischen Umsätze fließt nicht ins Gastgewerbe, sondern in den Einzelhandel sowie in Freizeit, Kultur und weitere Dienstleistungen. Tourismus ist damit eine Querschnittsbranche, die weit über die eigentliche Tourismuswirtschaft hinauswirkt.

Auch die öffentlichen Haushalte profitieren: Aus Mehrwert- und Einkommensteuer resultierte 2025 ein Steueraufkommen von 155,0 Millionen Euro.

Statements der Beteiligten

„Seit über zwei Jahrzehnten begleiten die saarländischen Sparkassen dieses Barometer – aus einem einfachen Grund: Uns liegt die Region am Herzen“, erklärte Cornelia Hoffmann-Bethscheider, Präsidentin des Sparkassenverbandes Saar. „Ein großer Teil der touristischen Betriebe sind Kundinnen und Kunden unserer Sparkassen, wir kennen sie aus dem täglichen Geschäft. Deshalb schaut das Tourismusbarometer Saar nicht nur auf Übernachtungen, sondern auch auf die wirtschaftliche Lage der Betriebe – und leitet daraus konkrete Handlungsempfehlungen ab.“

„Das diesjährige Schwerpunktthema zeigt, wie weit die Wirkung des Tourismus reicht: Mehr als die Hälfte der touristischen Umsätze landet außerhalb des Gastgewerbes – bei der Bäckerei, im Laden, im Museum oder beim Handwerker, der das Hotel renoviert. Der Euro des Gastes wandert durch viele Hände – und er bleibt im Saarland. Wer in seinen Betrieb investiert, investiert in unseren Standort“, so Präsidentin Hoffmann-Bethscheider.

Wirtschaftsminister Jürgen Barke ergänzte: „Mit rund 3,35 Millionen Übernachtungen war 2025 das erfolgreichste Tourismusjahr in der Geschichte unseres Landes – mit der bundesweit höchsten Wachstumsrate. Dieser Erfolg ist kein Zufall, sondern das Ergebnis einer langfristigen Strategie, gezielter Investitionen und der engen Zusammenarbeit aller touristischen Akteure. Durch Investitionen in Infrastruktur, Qualifizierung, Digitalisierung und Nachhaltigkeit schaffen wir neue Arbeitsplätze, stärken die regionale Wertschöpfung und machen unsere Region zukunftsfähig. So wird der Tourismus zur tragenden Säule einer diversifizierten, resilienten Wirtschaft. Das diesjährige Barometer macht deutlich: Tourismus ist Wirtschaftspolitik. Als Wirtschaftsministerium setzen wir die strategischen Leitplanken und unterstützen gezielt Investitionen, die unseren Tourismus voranbringen. Diesen Weg wollen wir mit Ideen, Mut und Unternehmergeist weitergehen.“

Mettlacher Impulse: Saarschleife und Villeroy & Boch als wirtschaftliche Motoren

Die konkrete kommunale Perspektive brachte Mettlachs Bürgermeister Daniel Kiefer im Rahmen eines moderierten Gesprächs gemeinsam mit Landrätin Daniela Schlegel-Friedrich ein. Als Vertreter der gastgebenden Kommune unterstrich Kiefer die enorme wirtschaftliche Hebelwirkung der Branche für den gesamten Ort: „Der Tourismus ist für Mettlach weit mehr als ein Imagefaktor – er sichert Nachfrage in Handel, Handwerk, Gastronomie und Dienstleistung“, betonte Kiefer. Mettlach verfüge mit dem Naturwunder der Saarschleife sowie dem Weltunternehmen Villeroy & Boch über zwei herausragende Anziehungspunkte. Entscheidend sei es nun, diese beiden Besuchsmagneten über Projekte wie die „Tourismusstrategie Mettlach 2035“ und die Initiative „Mettlach 2.0“ noch enger zu vernetzen.

„Unsere Gäste denken nicht in Gemeinde- oder Kreisgrenzen. Unser vorrangiges Ziel ist es, Tagestouristen vom Aussichtspunkt Cloef auch in den Mettlacher Ortskern, zur Alten Abtei und in die weiteren Ortsteile zu leiten, ihre Aufenthaltsdauer zu verlängern und mehr Übernachtungen zu generieren. Nur so gelingt es, dass die touristische Wertschöpfung direkt und spürbar bei den Menschen und Betrieben vor Ort ankommt“, so der Rathauschef. Mit der angestrebten Weiterentwicklung zur „Outletcity Mettlach“ und einer modernen Aufenthaltsqualität im Ortskern schaffe die Gemeinde hierfür aktuell die nötigen strukturellen Grundlagen.