In den kommenden Jahren wird sich das Angebot an Brennholz spürbar verändern. Bürgerinnen und Bürger müssen damit rechnen, häufiger andere Baumarten als die bisher üblichen Buche oder Eiche zu erhalten. Dafür gibt es mehrere ökologische und wirtschaftliche Gründe – und zusätzlich eine langfristige Entwicklung, die ihren Ursprung in den Sturmschäden der 1990er-Jahre hat.

  1. Auswirkungen des Klimawandels
    Extreme Witterungsereignisse wie langanhaltende Trockenperioden, Hitzewellen und Stürme setzen unseren heimischen Buchen- und Eichenbeständen zunehmend zu. Viele dieser Bäume sind geschwächt oder sterben ab, sodass ihr Anteil im Wald und damit auch im Brennholzangebot zurückgeht.
  2. Zunahme von Schädlingen und Krankheiten
    Durch höhere Temperaturen breiten sich Schädlinge und Pilzkrankheiten schneller aus als früher. Besonders Buche und Eiche sind betroffen – beispielsweise durch Buchenkomplexkrankheiten oder den Eichenprozessionsspinner. Geschwächte Bestände können weniger nachhaltig genutzt werden.

  3. Waldumbau hin zu klimaresilienten Baumarten
    Die Forstwirtschaft setzt verstärkt auf Mischwälder und widerstandsfähigere Arten wie Ahorn, Esche, Hainbuche, Birke, Robinie, Douglasie, Kiefer und andere Nadelhölzer. Diese Baumarten kommen mit Trockenheit besser zurecht und stabilisieren den Wald langfristig. Dadurch steigt auch ihr Anteil im Brennholzsortiment.

  4. Nutzung von Flächen aus den Sturmereignissen „Vivien“ und „Wiebke“ (1990)
    Vor über drei Jahrzehnten entstanden durch die schweren Orkane „Vivien“ und „Wiebke“ großflächige Sturmwurfflächen. Viele dieser Areale wurden damals natürlich durch Pionierbaumarten wie die Birke wiederbewaldet. Da diese Bestände nun in ein nutzungsreifes Alter kommen, werden sie in den kommenden Jahren zunehmend bewirtschaftet. Dies führt dazu, dass Birkenholz künftig einen deutlich höheren Anteil im Brennholzangebot einnehmen wird.

  5. Nachhaltige Nutzung und Schutz wertvoller Altbestände
    Um die verbleibenden Bestände besonders belasteter Baumarten zu schonen, wird deren Einschlag teilweise reduziert. An ihre Stelle treten vermehrt alternative Holzarten, die in größerer Menge zur Verfügung stehen.

  6. Veränderte Holznachfrage und Marktbedingungen
    Auch wirtschaftliche Faktoren tragen zur Veränderung bei: Die Nachfrage nach hochwertigen Stammhölzern steigt, während Rest- und Energieholz stärker aus schnell wachsenden oder weniger wertvollen Baumarten gewonnen wird.

Was bedeutet das für Verbraucherinnen und Verbraucher?
Neue oder weniger bekannte Holzarten unterscheiden sich in Brennwert, Trocknungszeit und Verbrennungseigenschaften. Viele dieser Hölzer – insbesondere Birke, Ahorn oder Kiefer – sind jedoch sehr gut als Brennholz geeignet und stellen eine nachhaltige, regionale Alternative dar.

Die Forstbetriebe bitten daher um Verständnis und Offenheit gegenüber einer größeren Vielfalt im Brennholzangebot. Diese Entwicklung ist ein wichtiger Beitrag zur Anpassung unserer Wälder an Klimawandel und natürliche Waldentwicklungsprozesse.

Bei Fragen steht Ihnen das örtliche Forstrevier gerne zur Verfügung.
Mail: forst@mettlach.de
Tel. 06864/8351